Ortskernfest Roßdorf – wenn die Ventilatoren die Technik retten müssen
Es gibt Auftritte, bei denen man schon beim Aufbau weiß, dass es heute nicht ums Publikum geht, sondern ums Durchhalten. Der 15. August in Roßdorf war so einer.
35 Grad. Und dann noch die Bühne.
Wenn im Schatten schon niemand mehr freiwillig steht, kann man sich vorstellen, wie es sich auf einer Bühne unter dunklem Dach anfühlt. Wir haben's trotzdem genommen – schließlich waren wir zum ersten Mal beim Ortskernfest Roßdorf dabei, und da liefert man ab, egal wie der Wetterbericht aussieht.
Unser geliebter Techniker Tino identifizierte vor Ort leider ein massives Problem: Unser InEar-Rack und die damit verbundene Technik drohte zu überhitzen. Kurzentschlossen wurden die Bühnenventilatoren umgestellt – von den Musikern weg, auf die Verstärker und die Endstufen. Fair enough. Ohne Technik kein Ton, ohne Ton keine Band. Wir haben's mit literweise Wasser, Handtüchern und dem festen Willen, nicht zu kolabrieren, kompensiert.
Photo by Rüdiger Dunke
www.dunkerfoto.de
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Wenig Publikum, viel Ernsthaftigkeit
Verständlicherweise war der Zuschauerraum überschaubar. Wer bleibt bei der Hitze schon draußen, wenn er nicht muss? Aber diejenigen, die da waren, waren wirklich da. Sie sind geblieben, sie haben applaudiert, sie haben mitgesungen. Wir haben zurückgegeben, was wir konnten – und das war heute mehr Schweiß als sonst.
Der Bürgermeister nimmt sich Zeit
Zwischen zwei Sets kam Norman Zimmermann, seit 2022 Bürgermeister von Roßdorf, an unseren Aufbau und nahm sich tatsächlich ein paar Minuten. Nicht nur ein Händeschütteln – sondern ein echtes Gespräch. Er erzählte uns die Geschichte des Ortskernfests: Wie eine Gemeinde mit rund 13.000 Einwohnern es schafft, ein Fest mit zwei Bühnen und jeden Tag mehreren Bands auf die Beine zu stellen. Getragen von den Roßdorfer Vereinen. Ohne Vereine keine Kerb, keine Sportgruppen, keine Feste – man merkt in Roßdorf, dass das ernst genommen wird.
Klasse organisiert, klasse umgesetzt und vor allen klasse in Szene gesetzt. Das Social Media Team ist extraklasse.
Und dann kam der Regen
Zum Ende hin, als wir langsam glaubten, uns hätte die Sonne persönlich auf dem Kieker, kam er: der erlösende Regenschauer. Nicht viel, aber genug, um die Luft zu erden.
Fazit
Nicht der einfachste Gig der Saison – aber einer, der was gelehrt hat. Über Roßdorf, über Vereine, über das, was Gemeinden ausmacht. Und über Ventilatoren, die manchmal wichtiger für Endstufen sind als für Musiker.
Danke an Bürgermeister Norman Zimmermann für die Zeit und die Geschichte. Danke an die Vereine, die das Fest tragen. Und danke an alle, die trotz Hitze geblieben sind.
Wir kommen wieder. Am liebsten bei 22 Grad. 🎸
Eure Eighties Euphoria
P.S. Die beiden Süßen auf dem letzten Bild sind Susi und Markus. Wir durften auf Ihrer Hochzeit spielen. Schön, dass Ihr da wart!
