Was Ihr seht, sind drei Stunden Programm....

Geschrieben von Thorsten | May 23, 2026 12:36:45 PM

Was Ihr nicht seht, sind die 50 Mails davor.

Willkommen zum ersten Blick hinter die Kulissen. Heute geht's um den unglamourösen Teil unseres Bandlebens: das Booking. Oder anders gesagt – die Arbeit, von der niemand was mitbekommt und ohne die trotzdem kein Gig stattfindet.

Vorlauf: zwischen 3 und 12 Monaten. Das heißt im Klartext: Während wir gerade unseren Sommer 2026 spielen, stehen die ersten Termine für 2027 schon im Kalender.

Booking ist Reisen durch die Zeit – nur ohne DeLorean, um bei den 80ziger Jahren Bildern zu bleiben.

Die Mathematik dahinter

Pro Auftritt schreiben wir grob 10 bis 20 Mails und führen locker 5 bis 10 Telefonate. Manchmal mehr. Manchmal hört man monatelang nichts und plötzlich kommt ein "Ja, wir hätten da was im August". Manchmal hört man nie wieder was. Beides gehört dazu.
Manchmal sehen wir uns auch persönlich, um Details abzustimmen. 

Der Großteil läuft über Recherche und Direktanfragen. Sprich: Wir suchen Veranstalter raus, von denen wir glauben, dass unser 80er-Programm zu ihrem Publikum passt, und melden uns. Viel Kaltakquise, viel Telefon. Das ist nicht romantisch, aber es funktioniert.

Darf ich ehrlich sein? Mir macht das Spaß! Menschen kennenzulernen, Beziehungen aufzubauen und dann die Personen hinter der Telefonstimme persönlich kennenzulernen, macht Freude. Neben der ganzen Arbeit.

Die andere Seite hat es aber auch nicht einfach. Ein Event zu organisieren und an alles zu denken, was es braucht, um ein Wein-, Straßen- oder Stadtfest zu organisieren, ist auch eine Herkulesaufgabe. Da sind wir Musiker nur ein Baustein... 

Warum das so ist

Wir sind seit zwei Jahren unterwegs. Das klingt nicht nach wenig, ist es aber, wenn's um Bekanntheit geht. Niemand bucht uns blind, nur weil wir nett anfragen. Jeder Veranstalter will wissen: Wer seid Ihr? Was spielt Ihr? Klingt das auch live? Füllt Ihr den Raum vor der Bühne? Haben die Besucher Spaß? Stimmt der Umsatz am Ende des Tages? Fragen über Fragen, die sich ein Veranstalter stellt. 

Und genau da liegt der Trick: Consistency is king. Dranbleiben. Nachfassen. Nicht beleidigt sein, wenn keine Antwort kommt. Beim nächsten Mal wieder anfragen. Irgendwann sagt jemand ja. Das ist das Gesetz der Serie. Nach x-mal Nein, kommt irgendwann das "ja, ich will"!

Und trotzdem

Jede Zusage ist ein kleiner Sieg. Egal, ob es die Kerb um die Ecke ist oder der Marktplatz mitten in der Stadt. Wir freuen uns über jeden einzelnen Termin – weil wir wissen, was zwischen "Hallo, wir wären eine Band für Euch" und dem ersten Ton auf der Bühne passiert ist.

Wenn Ihr also das nächste Mal eine Band auf einer Bühne seht: Hinter dem Auftritt steckt jemand, der monatelang im Hintergrund telefoniert hat. Und sich jetzt wahnsinnig freut, dass Ihr da seid. Wenn Ihr dann beim nächsten "Eighties Euphoria" - Gig noch jemanden mitbringt und sich so der Raum vor der Bühne immer mehr füllt, freuen wir uns wie kleine Kinder, die an Weihnachten ihr DeLorean-Modell bekommen haben. Um mit einem Bild der 80ziger den Beitrag zu schließen.

Bis bald – auf einer Bühne in Eurer Nähe. 🎸

Eure Eighties Euphoria